Entnahmestrategien im Vergleich

Welche Strategie passt zu dir?

10/7/20262 min read

Drei Entnahmeregeln können aus demselben Depot sehr unterschiedliche Monatsbeträge machen. Der Vergleich zeigt, was jede Regel gut kann und welchen Kompromiss sie mit sich bringt.

Hinweis: Alle nachfolgend gezeigten Entnahmen sind Nettoentnahmen in heutiger Kaufkraft.

1. Statische Entnahme:

Kaufkraft möglichst stabil halten

  • Zu Beginn wird ein Betrag festgelegt. Im Regelfall liegt die Bruttoentnahme weit unter der bekannten 4%-Marke.

  • Danach steigt er jedes Jahr um die Inflation. So bleibt die Kaufkraft planbar.

  • Weil die Regel den Depotstand nicht automatisch berücksichtigt, kann am Ende Vermögen übrig bleiben – oder ein früher Börseneinbruch das Depot stärker belasten.

2. Flexible Annuität:

Das Depot auf die Restlaufzeit verteilen

Formel nach Finanzfluss

qₜ = [Rᵀ⁻¹ × (R − 1)] / [Rᵀ − 1]

Der Jahresbetrag ist dieser Anteil des aktuellen Depotwerts. Bei null Rendite entspricht er exakt 1/T.

  • Die Auszahlung wird jedes Jahr neu berechnet.

  • Bei 80/20 beträgt die reale Renditeannahme nach Kosten 5,066 %; die erste Bruttoquote liegt gerundet bei 6,24 %.

  • Die Regel verteilt das Kapital über die geplante Zeit.

  • Die Monatsbeträge können dabei spürbar schwanken; eine Mindesthöhe ist nicht garantiert.

  1. 3. Vanguard Dynamic Spending:

Guardrails glätten Schwankungen

Formel nach Finanzfluss

qₜ = [Rᵀ⁻¹ × (R − 1)] / [Rᵀ − 1]

Der Jahresbetrag ist dieser Anteil des aktuellen Depotwerts. Bei null Rendite entspricht er exakt 1/T.

  • Die Simulation verwendet zwei VDS-Varianten:

  • Effizienz startet mit 5,85 % und hat Grenzen von +2,5 % / −10 % pro Jahr.

  • Höhere Auszahlung startet mit 6,86 % und nutzt +10 % / −12,5 %.

  • So reagiert die Auszahlung auf die Marktentwicklung, ohne jeden Ausschlag direkt weiterzugeben.

So funktioniert die Berechnung:

3. Der reale Vergleich:

Echte Einzelpfade

  • Alle Grafiken zeigen denselben 80/20-Marktverlauf mit 400.000 € Startdepot und 30 Jahren Laufzeit.

  • Der ausgewählte Pfad 1550 liegt beim Endvermögen ohne Entnahmen im Perzentil P49,905. Das macht ihn median-nah beim Endvermögen; die Monatsauszahlungen selbst sind damit kein Median.

  • Die Kurven zeigen reale Nettoauszahlungen pro Monat in Euro der Startkaufkraft. Der gestrichelte Strich markiert den monatlichen Modellbedarf von 1.200 €.

  • Der Modelllauf nutzt historische Jahresdaten von 1970 bis 2021, daraus gebildete 5-Jahres-Blöcke und je 10.000 Simulationspfade. Das ist ein Modell unter historischen Annahmen, keine Vorhersage. Die verwendeten Markt- und Steuerannahmen sind vereinfacht; tatsächliche Steuern, Kosten und Entnahmewünsche können die Ergebnisse verändern. Auch der ausgewählte Beispielpfad ist keine Garantie und deckt extreme Verläufe nicht ab.

Für detaillierte Infos und individuelle Berechnung:

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